Digitalisierte edle Tropfen

Ursprünglich als digitale Weinkarte angedacht, hat sich Winepad mittlerweile weit über die Grundidee hinaus entwickelt. Heute bietet Arno Hofer gemeinsam mit einem Team ein digitales Wein-Management-System an und betreibt die wohl qualitativ hochwertigste Weindatenbank der Welt.

Als Arno Hofer in den frühen 2010er-Jahren das erste iPad in den Händen hielt, war ihm schnell klar, dass die neue Technologie auch für seine Branche großes Potenzial in sich barg. „Ich habe im Laufe meiner Karriere viele Weinkarten gestaltet“, erzählt der Gastronom und Diplom-Sommelier. „Die Idee, das zu digitalisieren, habe ich schon länger mit mir herumgetragen. Und mit Tablets sind die perfekten Werkzeuge dafür auf den Markt gekommen.“ So begann Hofer das Winepad zu entwickeln: erst in kleinen, zaghaften Schritten und mit externer Hilfe. Als die Nachfrage nach dem Kernprodukt immer weiter stieg, holte er sich 2016 erst einen eigenen Programmierer und 2018 ein Web-Design- und Content-Management-Team an Bord. Heute ist das Winepad weit über die ursprüngliche Vision hinausgewachsen – und wird bald noch mehr zu bieten haben.

Ambitioniert

„Wir haben momentan rund 82.000 Weine in unserer Datenbank“, berichtet Hofer. „Und jedes Jahr kommen etwa 10.000 neue dazu – inklusive Bildern und ausführlichen Beschreibungen. Das macht sie zwar nicht zur größten, aber wohl zur qualitativ hochwertigsten Weindatenbank der Welt.“ Mit ihr wird das Sortiment von Winepad-Lizenznehmern abgeglichen und noch nicht vorhandene Weine werden ergänzt. Dieser Datensatz dient als Grundlage für eine maßgeschneiderte Web-App, mit der die Kunden Zugriff auf ihre persönliche, digitale Weinkarte und die vielen weitere Funktionen haben, um die die App mittlerweile erweitert worden ist.

"Die digitale Karte ist nachhaltiger und kann deutlich mehr Informationen abbilden als eine physische Karte."
Arno Hofer, Geschäftsführer Winepad

Module nach Wahl

„Winepad ist modular aufgebaut“, beschreibt Hofer das System. Das macht es zum Multifunktionswerkzeug sowohl für Gastronomen als auch für Weinhändler. „Wir bieten Tools zur Lager- und Sortimentsverwaltung ebenso wie zur Kalkulation.“ Dazu kommen die Produktbeschreibungen und ein umfangreiches Wein-Lexikon, das auch zur Mitarbeitenden-Schulung dient.“ Und natürlich ist auch die Weinkarte nicht in den Hintergrund gerückt. Zum einen erlaubt es ein eigener Print-Generator, in kürzester Zeit Weinkarten zu erstellen und upzudaten – angepasst an das Corporate Design des Hauses. Zum anderen können auch Gäste über einen Website-Link oder einen QR-Code auf die digitale Version zugreifen.

Mehrwert für alle

„Die digitale Karte spart Papier, ist nachhaltiger und nicht nur immer auf dem neuesten Stand, sondern kann auch deutlich mehr Informationen abbilden als eine physische Karte“, meint der Geschäftsführer. So können Gastronomen dort auch Gerichte und Wein als Empfehlungen miteinander verknüpfen, sodass Gästen auf Knopfdruck den besten Tropfen zur Speise oder umgekehrt empfohlen wird. „Parallel dazu bieten wir auch ein Report-Tool, das Nutzerverhalten auswertet und wichtige Informationen darüber liefert, was bei Gästen am besten ankommt.“

Vom Produzenten zum Gast

Eine weitere Funktion befindet sich gerade in Planung: Über ein zusätzliches Modul soll Winepad bald um eine Kauf-Funktion ergänzt werden. So können Gäste den Wein, den sie eben im Restaurant verkostet haben, auch für zu Hause kaufen. „Dabei werden wir mehrere Optionen bieten“, erklärt Hofer. Entweder kann der Wein direkt im Restaurant gekauft und mitgenommen werden, wenn er lagernd ist. Oder er wird vom Produzenten verschickt und bequem nach Hause geliefert. „Damit verknüpfen wir auch den Weinproduzenten direkt mit dem Endverbraucher.“

© shutterstock.com; Winepad

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